DasViertel

Anders Leben, anders einkaufen!

Mo, 12.06.17, 12:05

Podiumsgespräch der Direktoren (ehemals und amtierend)

Dr. Wulf Herzogenrath und Prof. Dr. Christoph Grunenberg im Gespräch über Medienkunst

Am Dienstag, den 18. Juli 2017, um 18 Uhr lädt Dr. Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle Bremen, seinen Amtsvorgänger Dr. Wulf Herzogenrath zu einem Gespräch über Medienkunst ein.
Angeregt durch die aktuelle Ausstellung „Auto Vision“ sprechen sie über die Sammlung in der Kunsthalle Bremen und den Vater der Videokunst Nam June Paik. Herzogenrath und Paik verband ein freundschaftliches Verhältnis, seitdem Herzogenrath 1976 Paiks erste Retrospektive im
Kunstverein in Köln ausgerichtet hatte.
„In einem Zeitalter der Be- und Entschleunigung spielen die zeitbasierten Medien eine große Rolle, ebenso die bewegten Bildmedien.
Die Medienkunst-Sammlung der Kunsthalle Bremen wurde in den letzten Jahrzehnten stark sinnvoll erweitert, z.B. im Bereich des Kupferstichkabinetts mit Inkunabeln der Computerkunst seit den 1960er Jahren, mit Partituren für Konzepte, Installationen und Medienkunstwerke. Dadurch hat die Sammlung nunmehr die Möglichkeit, wichtige Positionen und Schritte der Medienkunst des 20. Jahrhunderts vorzustellen und in den Kontext der Sammlung der Kunst aus 600 Jahren zu stellen: Nam June Paik, John Cage, James Turrell und viele andere sind mit gewichtigen Werken zu erleben.
Nam June Paik, der Groß-Vater der Videokunst ist in seiner ganzen Vielfalt und Intelligenz, seinem Humor und seiner Radikalität in der Sammlung dank Schenkungen und frühen Ankäufen wie in keinem anderen europäischen Museum in der Kunsthalle Bremen zu sehen – vergleichbar ist er nur in seiner Heimat Seoul oder in Sammlungen der USA wie dem MoMA, oder dem Smithsonian Institute vertreten.“ (Dr. Wulf Herzogenrath)

Über Dr. Wulf Herzogenrath
Dr. Wulf Herzogenrath war von 1994 – 2011 Direktor der Kunsthalle Bremen. 1944 in Rathenow/Mark Brandenburg geboren, promovierte er im Jahr 1970 bei Professor von Einem in Bonn in Kunstgeschichte über Oskar Schlemmers Wandbilder (Prestel Verlag, München, 1973). Durch seine Pionierarbeit für die Videokunst und Fotografie schuf er sich, als Mitorganisator der documenta 6 (1977, Video-Abteilung) und documenta 8 (1987, Führungsteam), bereits früh einen internationalen Namen. Unter Herzogenraths Leitung wurde die Medienkunstsammlung in der Kunsthalle Bremen begründet. Die erste Anschaffung in diesem Bereich war im Jahr 1995 der Videosynthesizer von Nam June Paik, mit dem ihn bis zu dessen Tod 2006 eine tiefe Freundschaft verband.

Über die Ausstellung: Auto Vision. Medienkunst von Nam June Paik bis Pipilotti Rist
Elektronisch Malen, Bewegung neu erfassen, abstraktes Experimentieren mit Licht, Verfremdung von Bildern aus den Massenmedien: Die Kunsthalle Bremen besitzt eine herausragende Sammlung der Medienkunst von den 1960er Jahren bis heute. Dazu zählen das Gesamtkunstwerk Writing through the Essay ‘On the Duty of Civil Disobedience‘ (1985/91) von John Cage oder die Rauminstallationen Room for one colour and windy corner (1998) von Olafur Eliasson und Diana Thaters Delphine (1999). Zahlreiche Arbeiten wie der Video-Synthesizer (1969/92) oder Three Camera Participation Video (1969/2001) des Vaters der Videokunst Nam June Paik unterstreichen die Bedeutung der Sammlung. Die Ausstellung läuft noch bis 3. September 2017.

Bilder:
1) Dr.Wulf Herzogenrath, 2006, Galerie der Kunsthalle Bremen, Foto: IngoWagner
2) for Wulf Herzogenrath, participation TV, 1965/2000, 2003, Inkjet-Print auf Leinwand, Bez. u. l.: Wulf Herzogenrath, Geschenk des Künstlers anlässlich des 60. Geburtstages des Direktors Wulf Herzogenrath 2004
3) Prof. Dr. Christoph Grunenberg, Foto: Harald Rehling

Stichworte

Nam June Paik, Auto Vision, Kunsthalle Bremen, Dr. Christoph Grunenberg, Dr. Wulf Herzogenrath