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Mo, 11.09.17, 12:01

Sammlung Schünemann kommt in die Kunsthalle Bremen

Bedeutendste Schenkung dieser Art seit der Gründung des Vereins vor fast 200 Jahren.

Der Bremer Kaufmann Carl Schünemann schenkt dem Kunstverein in Bremen 35 Gemälde vor allem niederländischer Meister. Es ist die bedeutendste Schenkung dieser Art seit der Gründung des Vereins vor fast 200 Jahren.

Jahrzehntelang blieb die Privatsammlung im Verborgenen: Nun schenkt der Bremer Kaufmann Carl Schünemann seine wertvolle Sammlung von Altmeistergemälden dem Kunstverein in Bremen. Den Kern bilden 32 Gemälde niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts. Ergänzt werden diese durch eine toskanische Madonnentafel aus der Zeit um 1400, eine Venedig-Ansicht aus dem 18. Jahrhundert von Michele Marieschi und ein eindrucksvolles Seestück des späten 19. Jahrhunderts von Hans Frederik Gude. Es ist die bedeutendste Gruppe von Werken Alter Meister, die der Kunstverein – bis heute privater Träger der Kunsthalle Bremen – seit seiner Gründung 1823 erhalten hat. Schünemann reiht sich damit ein in die große Tradition hanseatischer Mäzene.

Carl Schünemann stammt aus einer bedeutenden Verlegerfamilie in Bremen. In fünfter Generation führte er das Bremer Druck-und Verlagshaus Carl Ed. Schünemann KG, das neben dem traditionsreichen Zeitungsverlag ein umfangreiches Buchprogramm herausbrachte, darunter auch kunsthistorische Fachliteratur zur niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Im persönlichen Dialog mit Kunstexperten wie u.a. Walther Bernt, Ingvar Bergström, Laurens Bol und Horst Gerson baute Schünemann in den vergangenen 50 Jahren seine Sammlung auf, die der Öffentlichkeit bislang vollkommen unbekannt war. Nur selten wurden einzelne Werke in Ausstellungen präsentiert. So ist zur Zeit ein Hauptwerk der Sammlung, Die Serenade von Jakob Ochtervelt, in der Ausstellung Vermeer and the Masters of Genre Painting zu sehen, die erst im Pariser Louvre gastierte, aktuell in der National Gallery of Ireland in Dublin und anschließend in der National Gallery of Art in Washington, D. C. gezeigt wird.Die Sammlung Schünemann im

Dialog mit der Sammlung der Kunsthalle

Die Schenkung Schünemann ergänzt auf hervorragende Weise die Sammlung niederländischer Malerei in der Kunsthalle Bremen. Die Neuzugänge verstärken vorhandene Bestände, zum Beispiel in der Marinemalerei, und sie schaffen besondere Schwerpunkte wie beim frühen Jan van Goyen und bei Art van der Neer. Vor allem aber schließt die Schenkung Lücken, insbesondere auf dem Gebiet der Blumenstillleben und der Genremalerei. Aber auch die italienischen Werke fügen sich in die Sammlung der Kunsthalle perfekt ein. Das gilt vor allem für die frühe italienische Madonnentafel: Sie wird zum neuen Gegenstück des bekannten Bremer Andachtsbildes von Masolino.
Im Frühjahr 2018 präsentiert die Kunsthalle Bremen die Schenkung Schünemann in der Ausstellung „Tulpen, Tabak, Heringsfang. Niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters“ (7. April bis 19. August 2018). Dazu erscheint ein wissenschaftlicher Bestandskatalog.

Bilder:
Adam van Breen, Schlittschuhläufer, 1611, Öl auf Holz- Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Hyronimus Sweerts, Blumenstillleben mit Papagei, 1626, Öl auf Holz - Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Salomon van Ruysdael, Flusslandschaft mit Kühen und Windmühle, 1667, Öl auf Holz - Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen

Stichworte

Kunsthalle Bremen, Schenkung, Carl Schünemann, Gemälde, Niederländische Meister