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Mo, 08.05.17, 12:16

Verlängerung der Rodin-Ausstellung + neues Hauptwerk

Große Besucherresonanz führt zur Verlängerung bis 3.September 2017

Die Kunsthalle Bremen verlängert die Präsentation „Auguste Rodin. Meisterwerke zum 100. Todestag“ auf Grund des großen Besucherzuspruchs bis zum 3. September 2017. Neben den bisher ausgestellten Werken wird ab dem 10. Mai 2017 ein weiteres Hauptwerk von Rodin aus der Sammlung der Kunsthalle zu sehen sein: Die Skuptur Das Eherne Zeitalter (1875/76) war bis vor kurzem an das Groninger Museum ausgeliehen.
Anlässlich des 100. Todestages von Auguste Rodins (1840– 1917) finden momentan weltweit Ausstellungen zu Ehren des französischen Bildhauers statt. Entsprechend sind Rodin- Leihgaben dieses Jahr äußerst begehrt. Das Eherne Zeitalter aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen gehört zu den Hauptwerken Rodins und war bis zum 30. April 2017 im Groninger Museum in der umfassenden Ausstellung „Rodin – Genius at Work“ zu sehen. Ab dem 10. Mai 2017 bereichert die lebensgroße Skuptur die laufende Rodin-Ausstellung in Bremen.
Während der neuen Laufzeit wird außerdem der französische Kinofilm „Rodin“ (2017) voraussichtlich Deutschlandpremiere feiern. Der Film wird auch in den Bremerfilmkunsttheatern zu sehen sein.
Aus diesen Gründen und auf Grund der sehr positiven Besucherresonanz auf die Ausstellung hat sich die Kunsthalle Bremen entschieden, die Ausstellung „Auguste Rodin. Meisterwerke zum 100. Todestag“ bis zum 3. September 2017 zu verlängern.

Rätsel um die Skuptur Das Eherne Zeitalter (1875/76)

Die Bronze-Statue Das Eherne Zeitalter wurde, wie auch andere Rodin-Arbeiten in der Sammlung der Kunsthalle Bremen, zwischen 1905–1911 vom ersten Direktor der Kunsthalle Bremen Gustav Pauli direkt beim Künstler für den Kunstverein in Bremen erworben. Über die inhaltliche Bedeutung des Ehernen Zeitalters gab es damals anhaltende und kontroverse Diskussionen, die ein Brief Paulis vom 29. Januar 1906 bezeugt. Kurz nach Eintreffen der Figur in Bremen fragte er beim Bildhauer nach: „Das Eherne Zeitalter war für mich vor allem ein Bild des Lebens mit dieser Unentschlossenheit, dieser Komplikation der – wunderbaren – Gebärde, die die Bewegung von Menschen kennzeichnet, die nicht arbeiten. Ich habe geglaubt, darin etwas wie das Erwachen aus einem tiefen und schweren Schlaf sehen zu dürfen. Jetzt sagt man mir, das sei ein Verwundeter. Und wahrhaftig trägt er über seiner linken Schläfe etwas wie eine Wunde. Ich gebe zu, daß die Gebärde die eines Mannes sein könnte, dem ein fürchterlicher Schlag das Bewusstsein geraubt hat. Aber haben Sie das ausdrücken wollen?“ Rodins damaliger Sekretär, Rainer Maria Rilke, übermittelte kurz danach in einem Brief vom 4. Februar 1906 die Antwort des Bildhauers: „Wer darin [im Ehernen Zeitalter] einen Verwundeten sieht, entfernt sich ein wenig vom Gehalt und von der Empfindung, die für M. Rodin – wie übrigens auch für Sie – sein Werk atmet. Tatsächlich ist es eher das Erwachen, die langsame Rückkehr aus einem tiefen und schweren Schlaf, die von der noch traumbefangenen Geste dieses Jünglings beschworen wird.“ Beide Briefe sind in der Ausstellung zu sehen – neben weiteren Beispielen aus der Korrespondenz zwischen Rodin, dem Kunsthallen-Direktor und anderen in die Ankäufe involvierten Personen. Im Rahmen einer Kunstpause am 31. August 2017, um 13 Uhr, gibt es darüber hinaus die Gelegenheit, Näheres zu der Skulptur Das Eherne Zeitalter zu erfahren.

Stichworte

Auguste Rodin, Aussstellung, Verlängerung, Skulptur, Hauptwerk