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Fr, 09.12.16, 12:55

Zum letzten mal WERTHER

Theater am Goetheplatz zeigt letzte "Werther" Aufführung

Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werther" waren ausschlaggebend für die Oper "Werther", die morgen das letzte Mal im Theater Bremen gezeigt wird.

Auf einer Deutschland-Reise lernte der französische Komponist Jules Massenet Goethes „Werther“ kennen – und war sofort „angezündet“: „Diese aufwühlenden Szenen, diese fesselnden Bilder; was musste das alles hergeben!“, staunte er. Zwar nahm er tiefgreifende Änderungen vor, um aus dem monoperspektivischen Briefroman ein Opernlibretto zu machen – dennoch blieb das Autistische dem Werk weiter eingeschrieben, insbesondere in der radikalen Vereinzelung der Figuren.
Werthers permanentes Anrennen gegen die Faktizität erweist sich als der entscheidende Motor zur emotionalen Aufladung der Handlung. Fast wie ein physischer Vorgang dient der Aufreibungsprozess dem Ziel, sich zu elektrisieren und somit zu spüren. Von der Gesellschaft wird Werther dabei pathologisiert und zugleich fasziniert beobachtet: Einerseits nimmt man ihn als zerrissenes Subjekt wahr, das die scheinbar heile Welt der Anderen zerstört, andererseits fungiert er als „Gefühls-Batterie“, an der man sich aufladen kann. Als sei er eine personifizierte Affektenlehre, führt er den Affekt der Liebe und des Leidens in größter Absolutheit vor. Dementsprechend formulierte Massenet Werthers eruptiven Charakter in einer Musik aus, die von hochpeitschender Dramatik gezeichnet ist und verfasste trotz der ausladenden Orchestrierung ein feines Kammerspiel, das das Brennglas auf drei Individuen legt, die sich aneinander abarbeiten.

Die Oper WERTHER von Jules Massenet wird am morgigen Samstag, 10.12.2016 zum letzten Mal im Theater Bremen aufgeführt.
Ab 19h findet eine Einführung statt mit der anschliessenden Aufführung um 19:30h

Einige wenige Karten sind noch zu bekommen.

Stichworte

Werther, Theater Bremen, Oper, Jules Massenet