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Auf einen Sprung ins Viertel - 13.4.2018 - Kerstin Radtke

Mit dem ParkTicket Plus von Quartier zu Quartier: Die WFB unterstützt die Vernetzung der Stadtteile

Foto: Ohne Parkplatzsuche ins Viertel dank ParkTicket Plus. © WFB/Jonas Ginter


Ein Einkaufsbummel in Bremen besitzt viele Facetten. Eine davon ist das Viertel mit seinem alternativen Angebot in zahlreichen inhabergeführten Geschäften. Der Weg von der Innenstadt dorthin ist nur ein Katzensprung. Doch vor allem auf Besucher, die ihr Auto in einem der Parkhäuser abgestellt haben, wirkt er länger als er tatsächlich ist. Dabei haben sie die Möglichkeit, schnell und kostenlos das Quartier zu wechseln – mit dem ParkTicket Plus. Die Interessengemeinschaft „Das Viertel“ (IGV) will diese kleine Park- und Shopping-Wissenslücke aktiv beseitigen.

Bettina Peters, Inhaberin von Augenblick Optik, ist IGV-Mitglied und seit einiger Zeit die Mobilitätsbeauftragte des eingetragenen Vereins „Das Viertel“: „Mobilität ist mein Thema, ich möchte es für die IGV in den kommenden zwei Jahren vorantreiben.“ Bremen habe eine außerordentliche Situation, sagt sie. „Eine Innenstadt und ein cooler Stadtteil wie das Viertel, die derart nah beieinanderliegen – das ist einfach ideal und gleichzeitig extrem selten“, so Peters. „Wir sollten endlich das Vermarktungspotenzial darin sehen und nutzen. Ich bin der Meinung: Beide Quartiere können von dieser Nähe nur profitieren.“

Zum Shoppen in die City oder ins Viertel – warum nicht beides?

Peters hat viele Kunden von außerhalb, die meinen, sie müssten sich entscheiden: Geht es zum Shoppen in die Innenstadt oder doch lieber ins Viertel? „Doch die Frage stellt sich überhaupt nicht. Menschen, die eine gewisse Mobilität mitbringen, haben schließlich die Option, das ParkTicket Plus der BREPARK zu nutzen“, erklärt die engagierte Geschäftsfrau. „Leider ist das nur wenigen bekannt, das möchte ich gemeinsam mit der IGV unbedingt ändern.“ Sie holte diverse Viertel-Geschäftsleute als Logo-Partner ins Boot, ließ eine Info-Postkarte vom Kreativteam Nachtlichtmedia gestalten und verteilt diese nun an die interessierte Kundschaft. Darauf finden sich die wichtigsten Informationen rund um das Parkticket Plus. Angefangen bei der Tatsache, dass es an allen sechs Werktagen, also montags bis samstags in der Zeit von 9.30 und 20.30 Uhr, zum Fahrticket wird. Genauer: Zwei Erwachsene und zwei Kinder können damit alle Bus- und Bahnlinien von BSAG und VBN im Innenstadtbereich nutzen. So kommen sie kostenlos zwischen Doventor und St.-Jürgen-Straße, Bürgerweide und Weser von A nach B und können so den Facettenreichtum der bremischen Einkaufswelt erleben – unter anderem den des Viertels.

Das ParkTicket Plus entstand aus der Aktion „Mit der Bahn ins Viertel“ in den 90er Jahren, berichtet Norbert Caesar aus dem IGV-Vorstand. „Der Ostertorsteinweg war wegen einer Baustelle für Wochen lahmgelegt, also haben wir gemeinsam mit der BSAG diese Idee ausgearbeitet. Nach dem Ende der Arbeiten fiel das Konzept bei den richtigen Leuten auf fruchtbaren Boden und so gibt es seitdem das ParkTicket Plus“, so Caesar. Das Viertel mit seiner besonderen Architektur, den Kneipen und der Shoppingwelt sei allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt Ziel der Besucherströme aus Richtung Innenstadt, „denn mit der Zeit ist das ParkTicket Plus leider ein wenig in Vergessenheit geraten“. Dabei gehe es um eine Win-win-Situation für die gesamte erweiterte Innenstadt. Caesar: „Die Attraktivität wird gesteigert, die Parkhäuser werden optimal ausgelastet – davon profitieren alle.“ Bettina Peters’ betont: „Wir wollen keine Konkurrenz. Viel klüger ist es doch, die Qualität der beiden Standorte miteinander zu verknüpfen.“

Dauerthemen Parken und Erreichbarkeit

Die Idee, die Themen Parken und Erreichbarkeit zu fokussieren, trifft auch bei Karin Take auf Zustimmung und Unterstützung. Sie ist bei der Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB) in der Abteilung Unternehmensservice und Vertrieb als Projektleiterin für die Region Bremen-Mitte eine gefragte Ansprechpartnerin. Sie betreut nicht nur die City und die Bahnhofsvorstadt inklusive Diskomeile, sondern auch das quirlig-vielfältige Viertel. „Ich bin Ansprechpartnerin für alle Gewerbetreibenden und Interessenvertretungen in diesem Gebiet. Zum Beispiel berate ich zu Nutzungsänderungen, Genehmigungsproblemen und betreibe ein Leerstandsmonitoring, bei dem ich mich eng mit den Akteuren im Quartier abstimme“, erklärt Take ihren Job. „Ich bin für alle da und helfe gern im Kleinen wie im Großen.“

Zur erweiterten Innenstadt gehört Take zufolge unbedingt auch das Viertel – so steht es übrigens auch im Innenstadtkonzept 2025. Im Viertel gebe es immer zahlreiche Möglichkeiten, viele Ideen und ungewöhnliche Aktionen wie „Das Viertel grün-weiß“ zum Fußballbundesligastart. In diesem Fall konnten von Karin Take Fördergelder eingeworben werden. „Es ist wichtig, die richtigen Menschen zusammenzubringen, um schnell und effizient etwas auf die Beine stellen zu können.“


Angebot, Ambiente und Atmosphäre im Viertel seien eine attraktive Ergänzung zur Innenstadt. „Ein Einzelhändler aus der Innenstadt hat das Viertel mal so schön ,das SoHo Bremens’ genannt“, erinnert sie sich. Es gebe viel Potenzial, doch vieles sei bei Bürgern und Gästen der Stadt noch zu wenig präsent. „Ein gutes Beispiel dafür sind die Themen Parken und Erreichbarkeit, sie stehen im Viertel ganz oben auf der Liste“, weiß Take.

WFB unterstützt bei der Vernetzung der Quartiere

Ziel ist es also, die Verbindung zwischen den Quartieren zu stärken. Schließlich handelt es sich lediglich um 700 Meter Wegstrecke zwischen City und Viertel, die vorbei an Polizeihaus, Wallanlagen und Kunsthalle führen. Doch die Kreuzung Altenwall/Am Wall ist speziell für Auswärtige eine kleine Hürde, wenn auch nur in den Köpfen. „Je nachdem, ob man an der Haltestelle Obernstraße oder Domsheide einsteigt“, sagt Karin Take, „muss man aber nur eine oder zwei Haltestellen fahren und ist schon mittendrin im quirligen Viertel.“


Die Einkaufsangebote von City und Viertel ergänzen sich, was Bremerinnen und Bremer oft und gerne nutzen. Quartiersmanagerin Imke Allendorf bringt es auf den Punkt: „Ostertorsteinweg und Steintor bieten alternative, inhabergeführte Geschäfte. Hier gibt es noch einmal ein ganz anderes Flair als in der Innenstadt. Anders leben, anders einkaufen – das ist das Pfund, mit dem das Viertel wuchern kann. Wenn man City und Viertel will, kann man beides haben, vollkommen kostenfrei und egal, wo man startet.“ Wer sein Auto direkt im Szenestadtteil abstellen möchte, könne unter anderem das Parkhaus Ostertor/Kulturmeile am Osterdeich sowie die Brepark-Quartiersgaragen mit Kurzzeitstellflächen am Hohenpfad und an der Lübecker Straße nutzen.

Zukunftsvisionen brauchen Netzwerke

Bremen sucht immer nach innovativen Ideen, um es für Menschen aus dem Umland interessanter zu machen. Dazu passt die Zukunftsvision von Bettina Peters: „Mein größter Traum wäre es, wenn öffentliche Verkehrsmittel ab dem Startpunkt Domsheide für alle in alle Richtungen drei Stationen kostenfrei nutzbar wären. Dann könnten Besucher und Einheimische flexibel zwischen Bahnhof und Bürgerweide, Neustadt und Viertel in die Innenstadt und wieder zurück gelangen.“ Die Problematik der Finanzierung ist Peters bewusst. „Vielleicht nimmt man also erst einmal die Baustellenphase in der Innenstadt zum Anlass, um das Konzept projektbezogen über einen befristeten Zeitraum zu prüfen.“ Die Hauptsache sei, so Bettina Peters, solche Konzepte zukünftig stärker und ergebnisoffener mit allen betroffenen Parteien zu diskutieren und so neue Perspektiven zu erzeugen.

Weitere Informationen zum Viertel gibt es bei der Interessengemeinschaft „Das Viertel“ e. V., Tel. 0421 790 11 849, E-Mail: info@dasviertel.de, im Internet, auf Facebook und auf Instagram.

Ansprechpartnerin für Unternehmen in der Region Bremen-Mitte ist Karin Take, Tel. 0421 6587-221, E-Mail: karin.take@wfb-bremen.de.



Interessengemeinschaft "Das Viertel" e.V.

Blumenstrasse 8

0421 79011 849

info@dasviertel.de

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