Eine junge Gründerin im Interview Zurück

Wir haben mit Sarah Lux von lightYOUrooms über ihren Weg in die Selbstständigkeit gesprochen


Genuss, Design, Erlebnis – um diese drei Begriffe dreht sich bei Sarah Lux alles! Anfang des Jahres hat sich die 27-jährige Innenarchitektin mit ihrem gleichaltrigen Geschäftspartner Christoph Oberschelp selbstständig gemacht; ihren Showroom am Ostertorsteinweg haben sie im August eröffnet. Neben aktuellen Wohntrends, Möbeln und Leuchten, die Sarah und Christoph dort präsentieren, bieten sie in Zukunft auch Events wie Kochabende, Jazz-Konzerte und Glühwein-Tastings zu Weihnachten an. Die Räumlichkeiten können aber auch für externe Veranstaltungen, Meetings und Vorträge gebucht werden. 

Wir haben mit Sarah, die außerdem private und öffentliche Gebäude einrichtet und Altbauten renoviert, über ihren Weg in die Selbstständigkeit gesprochen und gefragt, worauf es für sie beim Thema Gründen ankommt.

Sarah, Du und Christoph seid beide noch sehr jung und habt schon Euer eigenes Business aufgebaut. Wie habt Ihr so früh den Weg in die Selbstständigkeit gefunden? 

Der Wunsch, sich selbstständig zu machen und die eigenen Träume zu verwirklichen, war bei uns beiden lange tief verankert: Ich wusste schon in der neunten Klasse, was ich werden möchte und habe mein Leben straight danach ausgerichtet.

Ich habe mein Fach-Abi im Gestaltungsbereich gemacht und anschließend Innenarchitektur studiert und noch Lichtplanung dazu genommen. Meinen Master hatte ich dann mit 23 in der Tasche. Das war das, was ich wollte! Dafür habe ich jedoch auf die eine oder andere Reise oder Auslandssemester verzichtet. 

War das bei Christoph ähnlich? Wie habt Ihr Euch eigentlich kennengelernt? 

Unsere Gemeinsamkeit ist, dass wir beide sehr vielschichtig gearbeitet haben und es heute noch tun. Christoph hat im Hotelbereich mit Eventmanagement angefangen, später als Betriebsleiter gearbeitet und Hochzeiten veranstaltet. Zwischendurch hat er Global Management studiert und ist danach wieder ins Arbeitsleben zurückgekehrt. 

Kennengelernt haben wir uns während seiner Zeit als Betriebsleiter in dem Gebäude, welches mein damaliger Arbeitgeber als Renovierungsprojekt innehatte. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und gemerkt, dass unsere Ideen für die Zukunft sehr ähnlich sind. Daraufhin haben wir quasi alles zusammengepackt, durchgerührt und weiterentwickelt. Daraus ist der Zusammenschluss von Innenarchitektur und Erlebnis entstanden.

Und dann habt Ihr den Sprung ins kalte Wasser gewagt … 

Genau, wir wollten uns eigentlich erst später selbstständig machen, aber die Zeichen standen auf grün! Mein Masterstudium war auf diesen Sprung ausgerichtet und ich habe damals schon gemerkt, dass mir unterschiedliche Dinge gefallen.

In den Jobs nach dem Studium hat mir immer etwas gefehlt. Irgendwann war ich sogar in einer Firma angestellt, die so etwas Ähnliches macht, wie wir heute. Doch das war das Ding von jemand anderem. Ich hatte diesen Drang mich auszuleben und Dinge auf meine Art und Weise umzusetzen. Wir wollen unterhalten, inspirieren und Besuchern in unserem Showroom einen Mehrwert bieten.

Welche Hürden musstet Ihr auf Eurem Weg in die Selbstständigkeit meistern? 

Allgemein gesagt gehören Rückschläge auf dem Weg in die Selbstständigkeit einfach dazu. Es kommen Momente – auch nach der Ladeneröffnung –, in denen man sich und sein Konzept hinterfragt und eventuell neu justieren muss.

Wir haben deswegen oft den Rat bekommen, lieber klein anzufangen und Schritt für Schritt zu wachsen. Doch in der stillen Kammer zu arbeiten, kam für uns nicht in Frage! Dafür hatten wir zu viel Erfahrung und zu viele Kontakte. Wir dachten 'entweder ganz oder gar nicht'.

Eine Bank zu finden, die uns finanziert, war anfangs nicht so leicht, weil wir ja noch sehr jung sind und nicht jahrelang Rücklagen bilden konnten. Am Ende haben wir aber einen tollen Partner beziehungsweise Investor gefunden, der an uns glaubt.  

Wie habt Ihr konkret angefangen, Eure Idee in die Tat umzusetzen? 

Wir haben parallel zu unseren früheren Jobs sehr viel recherchiert und Marktanalysen gemacht, um zu sehen, ob unser Konzept funktioniert. Es gibt halt tolle Städte, wo die Idee schon so oder so ähnlich erfolgreich läuft – Berlin, Hamburg und München zum Beispiel. Und wir wollten unseren Ansatz, Innenarchitektur erlebbar zu machen, in Bremen integrieren. In eine Stadt, die sich zwar nicht gerne für Neues öffnet, die allerdings eine Menge Potential hat.

In Eurem historischen Haus im am Ostertorsteinweg habt Ihr ja das perfekte Ambiente dafür … 

Das stimmt, das Haus ist von 1903 und hat so viel Geschichte und Charme! Wir freuen uns sehr, dass wir so ein Glück bei der Suche hatten. Unsere Vermieter waren gleich angetan von unserem Konzept und froh, dass wir die gleiche Liebe zum Bremer Altbau mit ihnen teilen. Das Haus hier ist offen, alle, die hier arbeiten und sich bewegen, beflügeln sich gegenseitig. 

Sarah, Du wirkst im Gespräch sehr positiv und selbstbewusst. Sind das generell zwei Charaktereigenschaften, die man als Gründer mitbringen sollte? 

Ich glaube, dass das Gründer-Dasein in einem verankert ist und man sehr früh weiß, ob dieser Weg der richtige für einen ist oder eben nicht. Man merkt als Arbeitnehmer ja genauso, ob man gerne Verantwortung übernimmt oder sich traut, Dinge auf die eigene Art und Weise umzusetzen, neue Ideen oder gar Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Das erfordert auf jeden Fall Charakterstärke, klar, und das ist für mich das Grundgerüst eines Gründers! Die eigentliche Idee, mit der man sich letztendlich selbstständig macht, kommt vielleicht erst später oder ist eine Blitzidee.

Ansonsten denke ich, sollte man viel Herzblut, Freude, Liebe zum Detail und natürlich Durchhaltevermögen mitbringen. Nicht jeder empfängt einen mit offenen Armen, darüber muss man sich im Klaren sein. Der Weg eines Gründers ist steinig, wobei es eigentlich nie völlig geschlossene Türen gibt. Es existieren Möglichkeiten und gute Anlaufstellen, die einem auf dem Weg weiterhelfen.

Welche zum Beispiel, besonders im Hinblick auf die Angebote in Bremen? 

Ich bin ein Fan von den Startup-Veranstaltungen am Flughafen, auf denen verschiedene Leute ihre Ideen pitchen. Das ist super interessant und natürlich eine gute Chance, um zu netzwerken. Netzwerken ist das A und O! Man muss als Gründer rechts und links gucken und überlegen, mit wem man produktiv zusammenarbeiten kann. Wir sind in unserem Unternehmen sehr offen für Neues, engstirniges gegeneinander arbeiten finde ich total schade.

Noch eine persönliche Frage zum Abschluss: Wie ist es, als junge Frau zu gründen? Sind die Reaktionen andere als die bei deinen männlichen Kollegen? 

Ich komme ja aus dem Baugewerbe; da kommt es definitiv vor, dass mich Handwerker in einem gewissen Alter komisch angucken, wenn sie hören, dass ich die Baustellen-Leiterin bin. Das ist so ein Generationsding. Wenn sie dann merken, dass ich kompetent bin, hört das aber wieder auf. Viele freuen sich über frischen Wind.

Beim Gründen selbst spielt es keine Rolle, dass ich eine Frau bin, denke ich. Wenn du einen Plan hast und kompetent und willensstark bist, funktioniert das. Man muss sich außerdem konsequent reflektieren, seine Zahlen im Auge haben – und vor allem: dranbleiben!


Einen Überblick über das einzigartige Angebot von Innenarchitektur, Lichtplanung, Möbeln und Leuchten bis Events und Home Staging gibt es unter: www.lightyourooms.de.


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