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Wir besuchen die ehemalige Villa von Baumeister Lüder Rutenberg

Im Herzen des Viertels, Am Dobben 91, befindet sich das heutige Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt. Eine Anlaufstelle für Wünsche, Hinweise und Beschwerden bezüglich der Stadtteile. Aber auch ein architektonisches Kleinod, das vielen als Villa Rutenberg bekannt ist. Das Gebäude wurde als 1981 als Bremer Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

Entworfen und erbaut wurde das Haus 1864 von dem Architekten, Bauunternehmer und Brauereibesitzer Lüder Rutenberg (1816 - 1890), der das Gesicht der Östlichen Vorstadt maßgeblich mitgeprägt hat. Er nutzte die freistehende und großbürgerliche Villa als repräsentatives Wohnhaus für sich und seine Familie.

Zur Architektur und Entstehungsgeschichte der Villa schreibt die Denkmalpflege Bremen: „Das Haus ist ein Beispiel dafür, wie ein Architekt versucht, gegen den allgemeinen Trend neue Bauformen durchzusetzen. In diesem Fall war es die Verwendung von Backstein als 'echten' Baustoff im Sinne romantischer Materialvorstellungen.“

Bis 1920 blieb die Villa Rutenberg im Familienbesitz, danach wurde sie von der Stadt gekauft. Eigentlich sollte sie sogar „abgerissen und an ihrer Stelle ein Haus für die Bürgermeister-Smidt-Schule gebaut werden“, berichtete der ehemalige Ortsamtsleiter Robert Bücking bei einem Presserundgang. Zum Glück seien diese Pläne jedoch verworfen worden. Es zogen verschiedene Behörden in die alte Villa ein.

Das Ortsamt war von den 1970er- bis in die 1980er-Jahre hinein alleiniger Nutzer in der Beletage, weil im oberen Geschoss lange Restaurierungsarbeiten durchgeführt wurden. Wie auch im Erdgeschoss fanden sich dort „bedeutende Reste der reichen Ausstattung an Holzwerk, Wand- und Deckenmalerei. […] darunter ein Festsaal mit Musikempore“, so die Denkmalpflege. Da jener Festsaal nicht barrierefrei ist, tagen die heutigen Beiräte dort nicht.

Auch für weitere Institutionen war und ist die ehemalige Villa Rutenberg ein Zuhause: Die Interessengemeinschaft „Das Viertel“ e.V. etwa kümmerte sich zwischen 1995 und 2015 von dort aus um das Quartiermanagement.

Von außen lässt sich die Villa Rutenberg derzeit übrigens nur schwer begutachten. Immer noch werden Arbeiten am Dach des Hauses durchgeführt. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, darf das Gerüst nicht an den Außenwänden fixiert werden. Große Betonklötze sorgen für die nötige Stabilität der Konstruktion.


Besuchszeiten des Ortsamtes Mitte/Östliche Vorstadt

montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr

freitags von 9 bis 13 Uhr

ansonsten nach Vereinbarung


(c) Foto Fassade/ohne Gerüst von Wikipedia