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In 10 Schritten zum goldenen Lieblingsstück

Keramikerin Frauke Alber zeigt, wie ihr charakteristisches Porzellangeschirr entsteht

Zum verkaufsoffenen Sonntag am 03. November 2019 öffnen die Ateliers und Werkstätten bei uns im Viertel wieder für zwei Tage ihre Türen – so wie sie es schon seit stolzen 14 Jahren gemacht haben!

Als kleinen Vorgeschmack darauf haben wir uns mit Keramikerin Frauke Alber in ihrem Atelier in der Schweizer Straße getroffen, nicht weit vom Ziegenmarkt entfernt. In den lichtdurchfluteten Räumlichkeiten einer ehemaligen Tischlerei stellt die Keramikerin Tassen, Schalen, Vasen, Teller und andere Einzelstücke her, die auch vor Ort erworben werden können. Workshops finden dort ebenfalls statt. Wir durften ihr und der Auszubildenden Lisa bei der Arbeit über die Schulter schauen und haben dabei gelernt, wie in zehn Schritten wunderschönes Porzellangeschirr entsteht!  


Steckbrief

Name: Frauke Alber

Beruf: Keramikerin und Ausbilderin

Werdegang: 3-jährige Ausbildung, danach Studium der Bildhauerei und Keramik an der Hochschule für Künste Bremen

heutiger Schwerpunkt: Porzellangeschirr mit Zonen aus Gold und Platin

in Bremen seit: 1986 (Studium), seit 2009 Atelier in der Schweizer Straße 4b

Frauke und das Viertel:

„Ich liebe das Viertel wegen seiner Vielfalt und Offenheit, 

sowohl im Hinblick auf die Menschen als auch auf die Institute, Angebote und Läden.“



Vom Porzellan-Klumpen zum fertigen Lieblingsstück – so wird's gemacht 

Schritt 1: Die Stücke werden in Rohform aus einem Klumpen plastischer Porzellan-Masse auf einer Töpfer-Scheibe gedreht.

Schritt 2: Danach werden sie für eine Nacht an der Luft getrocknet bis sie „lederhart“ sind. Das heißt, sie sind noch leicht formbar.  

Schritt 3: Es folgt das sogenannte Abdrehen, bei dem Tassen, Teller und Co. auf dem Kopf auf die Scheibe gelegt und mit einem Abdreh-Eisen gedrechselt werden. So entsteht die exakte Form von Fuß und Außenseite. Auch die späteren Henkel werden in diesem Schritt befestigt.

Schritt 4: Jetzt heißt es trocknen. Und zwar für mehrere Tage an der frischen Luft, bis alles Wasser aus den Gefäßen verdunstet ist.

Schritt 5: Der erste Brand folgt, wenn im Atelier genug Stücke hergestellt wurden. Im Ofen wird es dabei ganz schön heiß, nämlich 940 Grad.   

Schritt 6: Anschließend werden sie in großen Wannen lasiert. Frauke verwendet dafür Glasur in den Farben Schwarz, Weiß und Mint.

Schritt 7: Nachdem die einzelnen Gefäß-Böden abgewischt wurden, folgt der nächste Brand bei 1250 Grad. Der Ofen braucht circa 12 bis 15 Stunden, um auf diese Temperatur hoch zu heizen. Ebenso lange dauert es, bis er wieder abkühlt.

Schritt 8: Nun können die Stücke mit Gold und Platin bemalt werden. Dafür wird eine Emulsion aus Ölen, Lösungsmitteln und Goldstaub verwendet.

Schritt 9: Im letzten Brand bei 800 Grad verbrennen die Öle und Lösungsmittel. Das Gold bleibt zurück und schmilzt auf der Oberfläche aus.

Schritt 10: Zu guter Letzt werden die einzelnen Böden glatt geschliffen; die Porzellanarbeiten sind endlich fertig! Erhältlich sind sie in Fraukes Atelier, auf Märkten, in weiteren Läden und Galerien.


Kontakt

Keramik Frauke Alber 

Schweizer Straße 4b, 28203 Bremen

Telefon: 0421/ 4989367

Mail: frauke.alber@gmx.de

Webseite: www.frauke-alber.de

Von September bis März betreibt Frauke mit zwei Kolleg_innen außerdem ihre Produzentengalerie ͵raum Handwerk & Designʹ im Ostertorsteinweg 68.