Kunst für Zuhause Zurück

Warum man in der Stadtbibliothek Bremen mehr als „nur“ Bücher ausleihen kann


Mit der Virtual Reality-Brille in den Ozean tauchen, mit Freunden Videospiele zocken oder eine Tonie-Hörfigur für den Nachwuchs ausleihen: In der Stadtbibliothek Bremen kann man schon lange mehr machen als „nur“ Bücher ausleihen. Der Ort selbst ist zu einem Erlebnis geworden, aber auch das Angebot für zuhause hat sich den Bedürfnissen moderner Mediennutzerinnen und -nutzer angepasst. Doch hättet Ihr gewusst, dass man in der Zentralbibliothek nicht nur Medien, sondern auch Kunst für die eigenen vier Wände ausleihen kann? Über 2500 Bilder und Objekte gibt es dort! Wie genau die Kunstausleihe funktioniert, hat uns Guntram Schwotzer erklärt, der sich im Hause um die Bereiche Musik, Kunst und Film kümmert. 

Guntram, wie läuft die Kunstausleihe ab und wie lange dürfen die einzelnen Bilder und Objekte ausgeliehen werden? 

Die Voraussetzung ist die BIBCARD der Stadtbibliothek Bremen. Für Firmen kostet die Karte 100 Euro im Jahr, für Privatkunden mit ABO-BIBCARD ist der Service bereits in der Jahresgebühr von 25 Euro enthalten. Für sie gilt dann eine Leihfrist von zwölf Wochen, mit der Möglichkeit zur zweimaligen Verlängerung. Firmenkunden leihen gleich für ein halbes Jahr aus, ebenfalls mit der Möglichkeit zur zweimaligen Verlängerung. 

Was habt Ihr konkret in Eurem Repertoire? 

Die Sammlung bietet einen guten Überblick über zeitgenössische Kunst, von Popart bis Konkrete Kunst, von Bleistiftzeichnungen bis zu Siebdrucken. Schwerpunkt ist jedoch serielle Graphik, von den 60ern bis etwa in das Ende der 80er des vorherigen Jahrhunderts, ergänzend noch einige Fotografien sowie wenige Unikate und etwa 100 Objekte. Insgesamt stehen etwa 2500 Kunstwerke zur Ausleihe bereit, darunter viele von regional bekannten Künstlerinnen und Künstlern. 

Und wie sucht man sich die Bilder aus? 

Ein Teil der Kunstwerke befindet sich im Schauraum neben dem Lesegarten und im Ausstellungsbereich des 1.OG. Diese Werke können sofort entliehen werden. Weitere stehen in den Magazinen. Eine Übersicht gibt es aber auch auf unserer Homepage. Dort kann man sich etwas aussuchen und uns dann auch eine Mail schicken (kunstausleihe@stadtbibliothek.bremen.de). Für den Transport gibt es übrigens eine handliche Verpackung.  

Um ehrlich zu sein, ist Kunstausleihe nicht das erste, an das man bei einer Bibliothek denkt. Wie kam es dazu beziehungsweise was hat die Stadtbibliothek Bremen zu diesem Angebot inspiriert?  

Kunst auszuleihen, wie Bücher in einer öffentlichen Bibliothek, ist eine Idee, die in den 1970er Jahren populär wurde. Der Umgang mit Kunst sollte nicht mehr daran gebunden sein, dass man sich ihn leisten kann. Kunst sollte demokratisch werden. Als eine der ersten Einrichtungen der damaligen Bundesrepublik wurde 1975 die Graphothek im Rahmen des Bremer Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ gegründet. Eine Einrichtung, die - ganz im Sinne der Künstlerinnen und Künstler -den Kunstwerken ein größeres und vor allem ein neueres Publikum erschließen sollte. Im Laufe ihres Bestehens hat die Graphothek mehrfach ihren Standort gewechselt und befindet sich nun seit 2004 als Kunstausleihe in den Räumen der Zentralbibliothek. 

Zum Schluss interessieren uns noch die Rückmeldungen: Wer nutzt das Angebot und wie kommt es an? 

Zu etwa einem Drittel nutzen Institutionen das Angebot, Arztpraxen und Anwaltskanzleien zum Beispiel oder auch öffentliche Institutionen. Der Rest sind Privatnutzer, von der Kunststudentin bis zum Rentner sind alle Nutzer dabei, viele von ihnen sind außerdem Stammkunden geworden. Im vergangenen Jahr gab es etwa 1350 Ausleihen. 

Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

Mo, Di, Fr: 10:00 - 19:00 · Do: 9:00 - 19:00 · Sa: 10:00 - 17:00

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