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Sicherheit im Viertel!

Statement der Polizei zum Thema

Revierleitung Herr Kötteritzsch und Herr Nägele

Die polizeiliche Reviersleitung vom Steintor und von der Innenstadt/ Ostertor, Herrn Kötteritzsch und Herrn Nägele waren zu einem Gespräch im Viertel. Anbei das Statement: 


Sicherheit im Viertel! 

Die Interessengemeinschaft „Das Viertel“ e.V., steht im regelmäßigen Austausch mit den Revierleitern vom Steintor und von der Innenstadt/ Ostertor, Herrn Kötteritzsch und Herrn Nägele, über die Sicherheit im Viertel. 

Aus unserem Gespräch am 12. Dezember, hier im Viertel-Büro in der Blumenstraße, nehmen wir Folgendes mit:

In Kürze: Im Ostertor ist derzeit eine entspannte Sicherheitslage zu verzeichnen. Das Steintor ist ebenfalls sicher, allerdings hat sich vor allem in den späten Abendstunden und nachts ein Brennpunkt am Ziegenmarkt und an der Helenenstraße gebildet. Die Polizei geht bereits mit erhöhter Präsenz und anderen Maßnahmen gegen die Kriminalität vor und entwickelt ein vorhandenes Konzept fort. 


Sicherheitslage im Viertel – 12. Dezember 2017:

Das Ostertor nimmt in unserem aktuellen Gespräch vergleichsweise wenig Zeit ein, denn hier herrscht eine sogenannte „Null-Lage“. Das bedeutet, wir haben dort nur eine geringe Straßenkriminalität. Das ist sicherlich der polizeilichen Präsenz, zum anderen, so Herr Nägele, „einem ausgeglichenen Mix aus Einzelhandel, Dienstleistung und anderer Gastronomieszene“ zu verdanken.

Das Steintor ist im Bereich der Straßenkriminalität höher belastet. Wobei ganz deutlich auch gesagt werden muss: 

Das Steintor ist ein für alle begehbarer Einkaufs-, Bummel- und Verweilstandort. So wie das Ostertor kann man im Steintor als Bewohner und als Besucher eine sichere und wunderbare Zeit verbringen.

Dennoch bezeichnet Herr Kötteritzsch die Lage als nicht „ganz so rosig“ wie im Ostertor. Der Unterschied zeigt sich vor allem in den späten Abendstunden und nachts. Aufgrund der Situation und deshalb verstärkter Kontrollen verzeichnet die Polizei hier einen Anstieg der festgestellten Drogendelikte. Weiterhin sind die Zahlen im Bereich des Straßenraubs steigend. Als Brennpunkte nennt Herr Kötteritzsch den Ziegenmarkt und die Helenenstraße. Opfer der Straftaten seien vorrangig Männer, oftmals alkoholisiert. 


Gründe:

Gründe für die Entwicklung sehen die beiden Revierleiter unter anderem in der Art der Gastronomie um die Helenenstraße, die Tätern zum Teil als Aufenthalts- und Rückzugsort dient. 

Anmerkung: Die tragische Bluttat im Steintor habe mit der beschriebenen Entwicklung und Situation im Steintor nichts zu tun. „Hierbei hat es sich um eine Einzeltat gehandelt, die völlig unabhängig vom Stadtteil war“, so Herr Nägele und Herr Kötteritzsch.

Eine mögliche Aufwertung und positive Entwicklung des Viertels sehen die beiden Revierleiter auch in der Verantwortung der Hausbesitzer. Ein lebendiges Viertel, das sowohl zum Leben, zum Einkaufen und zum Amüsieren einlädt, braucht eine gesunde Mischung aus Handel und Gastronomie. Es ist die Entscheidung der Hausbesitzer und Immobilienhändler, an wen sie ihre Immobilie vermieten und damit Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild im jeweiligen Bereich nehmen.



Maßnahmen:

Die Polizei geht gegen die Delikte mit mehreren Maßnahmen vor

Polizeipräsenz: Für jeden sichtbar ist die erhebliche Polizeipräsenz auf dem Ziegenmarkt – übrigens die zurzeit höchste Polizeipräsenz in ganz Bremen. Damit einher geht auch die geringe Zeitspanne zwischen Anruf und dem Auftreten vor Ort. 

Beleuchtung/Mauer und Sichtschutzwände an der Helenenstraße: Der Ziegenmarkt wurde mit sogenannten Tatortlampen ausgeleuchtet. Das verhindert Rückzugsorte und schafft Sicherheit gegen Übergriffe. Eine generelle Veränderung der öffentlichen Beleuchtung an diesem Brennpunkt ist zurzeit in Prüfung. 

Es ist außerdem in der Diskussion die Mauer und die Sichtschutzwände in der Helenenstraße abzubauen. Aus polizeilicher Sicht kann durch diese Maßnahmen ein positiver Effekt für das Sicherheitsgefühl erreicht und die soziale Kontrolle verbessert werden.

Sperrzeit für Gaststätten: Die Kneipen um den Ziegenmarkt müssen in der Woche von sonntags bis donnerstags in der jeweils darauffolgenden Nacht um 2.00 Uhr schließen. Der Verkauf von Alkohol durch die Kioske kann hiermit leider nicht untersagt werden. 

Sonstiges: Einrichten einer behördenübergreifenden Taskforce im Viertel für Gaststätten, Spielotheken etc.

Die Polizei entwickelt somit das vorhandene Gesamtpaket fort, welches folgende Aspekte beinhaltet: Beleuchtung, nochmals optimierte Polizeipräsenz, ein weiteres Thema und Mosaikstein sind die Mauer und die Sichtschutzwände vor der Helenenstraße und der zukünftige Umgang mit den Gaststätten und Sperrzeiten. Befürworten würden die beiden Revierleiter ebenfalls eine Videoüberwachung, natürlich unter den Auflagen des Datenschutzes. 


Neben der Polizei können viele andere Behörden und Akteure Einfluss auf das Stadtbild im „Viertel“ nehmen und damit das gesellschaftliche Zusammenleben beeinflussen. 

Subjektive Unsicherheit entsteht z. B. durch Vermüllung. Hier haben auch alle Anwohner und Gewerbetreibenden die Möglichkeit, durch eine sachgerechte Entsorgung von Müll, einen Beitrag für ein positives Erscheinungsbild im Viertel zu leisten.

Zivilcourage: Weiterhin ist Zivilcourage ein wichtiges Thema. Sollten Sie Zeuge einer Straftat werden, werden Sie aktiv.


Vielen Dank an Herrn Kötteritzsch und Herrn Nägele für das Gespräch.