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Caesar - hat mehr - seit 1909

Geschäfte & Geschichten

In unseren Viertel-Profilen stellen wir jeden Freitag ein neues Geschäft aus dem Quartier vor. Heute: Caesar.

"Nicht jeder braucht gleich hundert Nägel, wenn er nur ein Bild aufhängen will", sagt Norbert Caesar. Wer kennt das nicht: die Wahl dieses einen Nagels oder auch einer passenden Schraube, eines richtigen Hakens oder optimalen Dübels für den vorgesehen Zweck fällt nicht immer so leicht, wie man denkt. Doch dann kann man mal eben um die Ecke zu Caesar gehen, sich fachlich beraten lassen und das Gewünschte gleich mit nach Hause nehmen. Ebenso Wandfarben und Lacke, Pinsel oder Abdeckplanen, ein spezielles Zwischenstück für sanitäre Anlagen, die passende Dichtung, wenn es mal irgendwo leckt, einen Ablaufschlauch für die Waschmaschine. "Mini-Baumarkt" nennt Caesar den separaten Teil seines Ladens, der sich ansonsten mit einem breiten Angebot an Haushaltswaren im Viertel etabliert hat. 

Seit dem Einzug der Zentralheizung in die meisten Wohnungen Mitte der 60er Jahre war der Verkauf von Öfen und Kaminen, dem damaligen Kerngeschäft neben dem Handel mit Eisenwaren, nicht mehr so lukrativ wie Jahrzehnte zuvor. So ergänzte man das Sortiment um ein umfangreiches Angebot an Produkten für den alltäglichen Gebrauch oder die klassische bis trendige Ergänzung oder Aufwertung seiner Küchenausstattung. Ob Glas und Porzellan, Töpfe und Pfannen, Bürsten, Besen und Schrubber - selbst Einweckgläser und Saftflaschen mit Korken und in verschiedenen Größen, Kaffeezubereiter, Toaster oder Mixer, sowie Bestecke und eine große qualitative Auswahl an Messern für jeden Zweck - Caesar hat eigentlich alles, was man so im Haushalt braucht - Caesar hat mehr. Dies wurde auch zum Motto des Ladens, als Norbert Caesar zu seinem 100jährigen Bestehen umbaute und die Ladenfläche auf heute 300 Quadratmeter vergrößerte. Gefeiert wurde damals im Cinema Ostertor mit einem halbstündigen Film, der professionell und eigens für diesen Anlass gedreht wurde.

Als sich die Folgen der ersten globalen Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanziger Jahre auch in der Hansestadt Bremen bemerkbar machten, musste das traditionelle Eisenwarenunternehmen J.C.Bummerstedt im Ostertorsteinweg Insolvenz anmelden. Doch das Geschäft sollte nicht gänzlich verschwinden, dachte sich der Kaufmann Carl Caesar, der bereits seit 1909 ein ähnliches Geschäft am Standort Außer der Schleifmühle betrieb und seine Ausbildung bei Bummerstedt gemacht hatte. Er witterte die Chance, übernahm das Geschäft und siedelte sein Unternehmen um. Kurz darauf ergänzte er den Handel mit Eisenwaren um Öfen und Herde. Anfang der 30 Jahre übernahm der Sohn das Geschäft und führte es bis zu seinem Tod 1968. Danach lenkte dessen Frau die Geschicke des Unternehmens bis wiederum deren Sohn Norbert bereit war, 1996 das Geschäft zu übernehmen und bis heute weiterzuführen.

"Wir möchten die Wünsche unserer Kunden in allen Bereichen möglichst kompetent erfüllen", sagt Norbert Caesar und steht gerne mit seinem Rat auch für knifflige Probleme des Alltags zur Verfügung. Er bringt vieles schnell auf den Punkt, nicht nur in seinem Geschäft. Seit vielen Jahren ist er in der Handelskammer aktiv, ist Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Nordsee Bremen und der Interessengemeinschaft Das Viertel. In all diesen Funktionen macht er sich für die Stärkung von Stadtteilzentren stark, da diese zu einem erheblichen Anteil zur Identifikation der Bremer mit ihrer Stadt beitrügen und bei Neuansiedlungen, Verkehrsprojekten oder Baustellenplanungen zu wenig berücksichtigt würden. Nichts falle einem einfach so in den Schoß, sagt er, man müsse immer wachsam sein und auf der Hut bleiben. Und dann wendet er sich wieder einer Kundin zu, die ein spezielles Namensschild aus Emaille gefertigt haben möchte und sofort das richtige findet, während er kurz darauf einen Gartenfreund mit einem Spaten sowie einem Wasserschlauch beglücken kann.

Caesar

Mo-Fr: 9:30 - 18:30 · Sa: 10:00 - 16:30

Ostertorsteinweg 13/14

0421/76058

info@caesar-hb.de

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