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von der Aa

Geschäfte & Geschichten

In unseren Viertel-Profilen stellen wir jeden Freitag ein neues Geschäft aus dem Quartier vor. Heute: von der Aa

Vor weit über 100 Jahren im Jahre 1905 wurde das Familienunternehmen Von der Aa in der Hansastraße in Walle Nähe des Hafens gegründet. Es war ein fester Anlaufpunkt für Matrosen und Offiziere, die dort alles bekamen, was ihr maritimes Herz begehrte. „Die Seeleute der Handelsmarine deckten hier ihren kompletten Bedarf an Ausrüstung und Kleidung“, erzählt Christian Siemer, der heutige Inhaber in vierter Generation: „Der Name von der Aa war damals weit über die Grenzen Bremens hinaus bekannt und stand für Zuverlässigkeit und Qualität – ein Ruf, der uns bis heute positiv begleitet.“

Den Ersten Weltkrieg überstand das Geschäft fast ohne Verluste, konnte danach sogar expandieren und mehrere Filialen betreiben. 1925 trat Sohn Heinrich in das Unternehmen ein und übernahm es nach dem Tode dessen Vaters 1932. Doch der Zweite Weltkrieg war verheerend: durch die stark beschädigte deutsche Handelsflotte fiel die Hauptklientel weg, sodass man sich auf Berufskleidung für Behörden, Handwerk und Industrie konzentrieren musste. Auch waren zwei Niederlassungen und das einstige Stammhaus zerstört, sodass man sich auf ein Geschäft im Ostertorsteinweg 40/41 konzentrierte – bis heute Hauptsitz des Unternehmens.

Mit dem Wirtschaftswunder, dem erfolgreichen Wiederaufbau der deutsche  Handelsflotte großer Reedereien wie dem Norddeutschen Lloyd oder der Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa und dank des ehrgeizigen Engagements von Heinrich von der Aa zählte bald schon wieder Seemannskleidung zum Sortiment. 1972 trat der Nachfolger Gerhard Siemer in die Fußstapfen des sich in den Ruhestand verabschiedenen von der Aa und übernahm das Fachgeschäft. „Mein Vater baute die Berufsbekleidungssparte wieder weiter aus, auch bedingt durch die Krise der bremischen Häfen in den 80er/90er Jahren“, erzählt Christian Siemer, der seit 1988 zunächst seinen Vater unterstützte und 2001 die Geschäftsführung  übernahm. Unter Sohn Christian wurde im Einzelhandel die Sparte Freizeitmode ausgebaut und so ergänzen heute „klassische Basics“ und ein reichhaltiges Angebot an funktioneller und hochwertiger Damen- und Herrenmode das Sortiment.

Ein Umbau folgte um die Jahrtausendwende 2001, doch der Charme und Charakter der Verkaufsräume blieb erhalten: „Viele Kunden hatten sich an sie so gewöhnt, dass ein radikaler Neuanfang einfach keinen Sinn gemacht hätte.“ Und der Erfolg gab ihm Recht. Inzwischen ist Christian Siemer selbst ins Viertel gezogen, nachdem er zunächst das heimische Glück im Umland gesucht habe. „Es ist einfach viel spannender hier im Viertel“, sagt er und freut sich, dass es hier noch immer sehr lebendig sei und man mit vielen Interessen, Lebensarten und Philosophien konfrontiert werde; auf Menschen treffe, mit denen man sich auch mal reiben könne, die aber dennoch für "ihr Viertel" einstehen. Daher engagiere er sich auch seit vielen Jahren in der Interessengemeinschaft "Das Viertel" e.V., denn ohne sie würde es in Zukunft nicht mehr so gut um den Standort bestellt sein. „Man muss ständig aktiv sein, den Markt beobachten und sich sehr für den Standort engagieren, mit der Zeit gehen und selber gestalten –  Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, sagt er. Klagen allein reiche nicht, man müsse auch handeln, Zeit investieren, Kontakte spielen lassen und sich immer wieder etwas einfallen lassen.
So ist es auch bei seinem Sortiment. „Die Ansprüche der Kunden steigen, man braucht heute individuelle und intelligente Berufsbekleidungssysteme in Bezug auf Qualität, Funktionalität und Design“, sagt Christian Siemer. Sein Sortiment umfasst die Angebotspalette von Berufskleidung, der traditionellen maritimen Mode und Kleidung aus Naturfasern. Neben bestimmten Marken, die seit Jahrzehnten bei Von der Aa zu finden sind, wird das Sortiment  immer aktuell gestaltet und an die Erfordernisse des modernen Lebens angepasst – Neues müsse sich an Bewährtem messen lassen und einen Zuwachs an Nutzen bringen. Und Christian Siemer setzt eigene Akzente:

„Mir geht es heute sehr um werthaltige Artikel und umweltbewusste Materialien, aber auch um faire und nachvollziehbare Produktionsbedingungen.“ Das sagt er nicht nur so, sondern informiert sich auch vor Ort bei seinen Lieferanten und schaut genau hin, wie etwas unter welchen Bedingungen hergestellt wird. Und mit diesem Anspruch reiht sich auch „Von der Aa“ als traditionelles Fachgeschäft nahtlos in den Reigen vieler moderner Läden, dem Anspruch nachhaltigen Bewusstseins und fairen Handels im Viertel ein.

von der Aa

Mo-Fr: 10:00 - 18:30 · Sa: 10:00 - 16:00

Ostertorsteinweg 40/41

0421 72052

info@von-der-aa.de

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