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Autofreies Viertel?

IGV startet Umfrage unter Händler*innen und kommt zu einem differenzierten Ergebnis

Das Thema Straßensperrung sorgt wegen der jüngsten Ereignisse rund um den Sielwall im Bremer Viertel derzeit für viel Gesprächsstoff. 

Als Interessengemeinschaft haben wir deshalb eine Umfrage unter unseren Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern gestartet, was sie von einer möglichen autofreien Zone auf Zeit halten. Die Ergebnisse sind dabei unterschiedlich und differenziert ausgefallen. 

Während sich einige Teilnehmer*innen unserer Auto-Umfrage für eine Sperrung aussprechen und sich davon eine Ausbremsung der sogenannten Autoposer erhoffen, befürchten andere nur eine Verlagerung des Problems in andere Stadtteile.  
Die Erreichbarkeit des Viertels hat für die Betriebe zudem eine essentielle Bedingung und kann nicht ohne weiterführende Überlegungen begrenzt werden, geben viele Teilnehmer*innen an.
„Ich finde den Ansatz generell gut, mir fehlt jedoch eine differenziertere Betrachtung: Da Straßenbahnen, Anwohner, Rettungsdienste etc. weiterhin fahren müssen (...)“, heißt es zum Beispiel in einer offenen Antwort. Auch der Lieferverkehr und die Erreichbarkeit der Kulturmeile müssen mit diskutiert und darüber hinaus in die Entwicklung eines "modernen Mobilitätskonzepts" für  das Viertel und die gesamte Innenstadt miteinbezogen werden, so ein weiteres und dazu passendes Argument.  

Alternative Maßnahmen zu einer Sperrung können laut unserer Umfrage etwa verstärkte Polizei-Kontrollen oder Erhebungen in der Straße sein, die den Verkehr um den Sielwall bis hoch zum Osterdeich beruhigen. 

Als Vorstand der IGV möchten wir im Kontext der Diskussion zudem darauf hinweisen, dass potentielle Kund*innen unserer Erfahrung nicht zwischen Tag und Nacht differenzieren und daher die Erreichbarkeit des Viertels mit dem Auto insgesamt als schwierig bis unmöglich ansehen. Für viele Betriebe des Viertels sind aber genau die Kund*innen, die mit dem Auto anreisen, sehr wichtig, für einige sogar überlebenswichtig. Weiter gehen wir davon aus, dass der Fahrradverkehr im Herbst aufgrund der Witterung abnehmen und der ÖPNV aufgrund der Coronakrise kein adäquater Ersatz sein wird.  

Vor diesem Hintergrund ist es der IGV sehr wichtig, über Maßnahmen - vor allem kurzfristige - umfassend nachzudenken, die die Erreichbarkeit des Viertels für alle Verkehrsträger*innen sichern.