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Lage im Viertel spitzt sich zu

Betriebe befürchten Pleitewelle bei weiterer Lockdown-Verlängerung

Pressemitteilung / Bremen, 26. Februar 2021 

Verlängern, verlängern, verlängern: Die Lage der Viertelhändler*innen spitzt sich mit jeder weiteren Woche Lockdown zu. In einer diese Woche durchgeführten Blitzumfrage unter den Geschäften in Ostertor und Steintor schätzen 76% ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als nicht ausreichend oder schlecht ein. Jede*r Vierte befürchtet, eine weitere Lockdown-Verlängerung nicht zu überleben.

Die Lage ist dramatisch, fasst Norbert Caesar, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft „Das Viertel“ e.V. (IGV) zusammen. „Das Einzige, was die Betriebe vor der Pleitewelle schützen kann, ist eine Öffnung der Geschäfte am 8. März. Die kürzlich veröffentlichte Studie des RKI gibt das Infektionsrisiko im Einzelhandel mit der geringsten Stufe 'niedrig' an. Körpernahe Dienstleistungen oder die Fahrt im ÖPNV haben laut RKI ein deutlich höheres Risiko. Angesichts der Öffnung diverser anderer Bereiche wie Blumenläden und Friseuren kann der restliche Handel nicht länger hingehalten und zur Solidarität gemahnt werden.“

Die vom Senat ins Spiel gebrachte Möglichkeit des „Date&Collect“ wird von den Betrieben zwar begrüßt, „wir verstehen die Maßnahme als Versuch des Senats, dem Handel unter die Arme zu greifen und einen erweiterten Geschäftsbetrieb auch bei einer Inzidenz über 35 zu ermöglichen“, erklärt Caesar, „sie darf aber keinesfalls dazu führen, dass die richtige Öffnung des Handels damit auf die übernächste Ministerpräsidentenkonferenz vertagt wird!“

Ein Teilnehmer aus der Blitzumfrage sieht es ähnlich und relativiert den Nutzen von Date&Collect für kleinere Geschäfte. Das Vorgehen sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, findet er, aber wirtschaftlich nur schwer möglich. „Für einige Branchen mit hochpreisigen Produkten oder zum Beispiel dem Modehandel mag es sinnvoll sein. Für viele Betriebe des Viertels bedeutet diese Maßnahme allerdings mehr Aufwand als Ertrag. Niemand würde einen Termin machen, um eine schöne Kleinigkeit im Wert von 2,50 Euro zu kaufen. Wir leben hier vom Schauen, Entdecken und Spontan-Kaufen. Das ist mit Terminvergabe nicht möglich.

Statt aufwändiger Terminvergabe setzt die IGV auf die komplette Öffnung der Geschäfte unter strengen Hygieneauflagen, beispielsweise restriktiverer Quadratmeterbegrenzungen von 20 oder 50 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Person. Eine breit angelegte Teststrategie soll dafür sorgen, dass sich jede*r im Viertel sicher fühlen kann. „Schnelltests sind mittlerweile verfügbar. In leerstehenden Läden könnte man Teststationen einrichten, die Organisation der Besucher*innen könnten die Profis aus der Veranstaltungswirtschaft übernehmen“, erläutert Caesar. Zusätzlich sollte die Förderung des Lieferdienstes bis Jahresende verlängert werden, um allen Menschen, die nicht vor Ort einkaufen können oder möchten, eine schnelle und kostenlose Lieferung ihrer Viertel-Produkte zu ermöglichen. „Dies ist ein pragmatischer Ansatz für eine sichere Öffnung, jetzt.“


Kontakt: 

Interessengemeinschaft „Das Viertel“ e.V.

Quartiersmanagament

Blumenstraße 8

28203 Bremen

Tel: 0421 /79 46 517

Mail: info@dasviertel.de

Web: www.dasviertel.de