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Warum regelmäßige Müllsammelnaktionen so wichtig sind - auch bei uns im Viertel!

Im Gespräch mit Katrin Zeise von Clean Up Your City

Unter dem Motto „Nicht mein Müll, aber mein Planet“ ruft Katrin Zeise einmal im Monat zur öffentlichen Aufräumaktion in Bremen auf. Mit ihrem Beitrag zum Umweltschutz will sie auch andere zum Handeln animieren. Wir haben mit der Initiatorin von Clean Up Your City- Bremen über ihre persönlichen Beweggründe gesprochen und sie dabei auch gefragt, welche Herausforderungen sie in puncto Müllvermeidung bei uns im Viertel sieht. 

Liebe Katrin, erzähl uns ein bisschen über dich und deine Initiative. Wer steckt hinter Clean Up Your City und was habt ihr euch zur Aufgabe gemacht? 

Hallo, mein Name ist Katrin Zeise und ich organisiere mit meiner Initiative Clean up your City - Bremen ehrenamtlich Müllsammel-Aktionen über Social Media. Zum einen möchte ich damit meine Mitmenschen zu einem achtsameren Umgang mit Müll und einem nachhaltigeren Konsumverhalten bewegen. Zum anderen sind Müllsammelaktionen immer ein positives Team-Erlebnis - selbst dann, wenn man die Teilnehmer vorher nicht kennt. So profitieren alle Teilnehmer nicht nur von einer sauberen Stadt, sondern auch von erfreulichen Begegnungen mit anderen engagierten Menschen, neugierigen Passanten und dankbaren Nachbarn.

Wieso ist dir das Thema persönlich so wichtig und wie bist dazu gekommen?

In den letzten Jahren häufen sich die Bilder von vermüllten Stränden, dem Korallensterben und an Plastik verendeten Tieren in den Medien immer mehr. Mir ist klar geworden, dass ich mein Konsumverhalten ändern muss, wenn ich dieser wachsenden Umweltkatastrophe etwas entgegensetzen will. Deshalb hab ich für mich entschieden, möglichst wenig Müll zu produzieren. Zumal unser wachsender Verpackungswahn unnötig viel Ressourcen und Energie verbraucht und damit den Klimawandel noch zusätzlich befeuert. Müllvermeidung ist also eigentlich noch wichtiger als ordnungsgemäße Müllbeseitigung.

Welche Herausforderungen siehst du im Viertel und wie kann man euch dabei unterstützen, eure Arbeit umzusetzen?

Organisierte Müllsammelaktionen sorgen für Aufmerksamkeit und ein sauberes Stadtbild. Allerdings nur kurzfristig. Erst recht in einem so lebendigen Stadtteil wie dem Viertel. Deshalb sollten solche Termine regelmäßig stattfinden und öffentlich kommuniziert werden. Es kann eine gewisse Zeit dauern, bis Anwohner verstehen, dass es jede/r selbst in der Hand hat, in einer sauberen, umweltfreundlichen Stadt zu leben - und die Gesellschaft positiv zu verändern. Für den ein oder anderen mag es eine persönliche Herausforderung sein, fremden Müll aufzuheben - erst recht in Corona-Zeiten. 

Wer uns anderweitig unterstützen mag, kann gern CuyC-Flyer und Taschenaschenbecher sponsern als auch verteilen und sein persönliches Umfeld über die Auswirkungen von Müll informieren. Denn Aufklärung, beispielsweise über die richtige und notwendige Entsorgung von Zigarettenstummeln gibt es leider noch viel zu wenig. Für einen produktiven Ideenaustausch und helfende Hände bin ich immer dankbar!  


Kurzer Steckbrief:
- Katrin Zeise
- Gebürtig aus Hannover
- Jahrgang 1975
- Seit 1997 (mit 3 Jahren Unterbrechung) in Bremen sesshaft, damals zwecks Studium Kulturwissenschaft, Germanistik und Kunstwissenschaft
- wohnhaft im vorderen Schwachhausen
- verheiratet seit 2002
- arbeitet als Texterin und Projektleiterin bei attentus.com
- mag Kurztrips an die Lübecker Bucht, selbstgemachtes Pesto und könnte Hummeln stundenlang beim Bestäuben zuschauen